Spannende Fortbildung in Medizinischer Hypnose

Im Oktober 2019 hatte ich eine spannende Fortbildung in medizinischer Hypnose beim Thermedius Institut in Hamburg.

Im ersten Block ging es um Ängste, Phobien und Zwänge. Sehr spannend! In Übungen konnten wir uns gegenseitig helfen, einen „sicheren Ort“ zu installieren oder uns mit einer Schutzenergie zu umhüllen. Auch der „Angst-Stopp“ und die hypnotische Desensibilisierung wurden geübt. Es macht Spaß, auch einmal die Rolle des Klienten übernehmen zu dürfen und das ganze Geschehen sozusagen von der anderen Seite zu erleben!

Auch die „Was wäre Wenn-Technik“ und die Wunderfrage sind sehr wirksame Hilfsmittel!

Dann ging es um Schmerztherapie mit Hypnose. Dabei wurde auch Hypnose beim Zahnarzt zur Behandlung ohne Betäubung besprochen. Auch für Patienten, die unter einer Zahnarztphobie leiden, ist eine beruhigende Hypnose hilfreich.

Photo by Daniel Frank on Pexels.com

Wenn dieses Bild Ihnen schon Schauer über den Rücken jagt, wäre eine Hypnose zum Überstehen der Behandlung bestimmt hilfreich.

Es wurde miteinander fleißig geübt, wie man eine Tieftrance einleitet, in der man keine Schmerzen mehr spürt. Wir haben uns zum Testen dabei ordentlich gekniffen und konnten feststellen, dass es tatsächlich nicht wehtat. Das war schon eine interessante Erfahrung!

Auch die Traumatherapie wurde kurz gestreift, meiner Meinung nach allerdings zu kurz, um damit dann arbeiten zu können. Zu diesem Thema werde ich bestimmt noch einmal eine ausführliche Fortbildung besuchen.

Dem Thema „Hypnose bei Depressionen und Burnout“ haben wir uns dann wieder ausführlicher widmen können und sehr interessante Lehrhypnosen gesehen. Da jeder auch irgendwo noch Themen mit sich herumschleppt, haben wir hier auch wirklich gut füreinander arbeiten können und uns gegenseitig bei so manchem Thema geholfen. Es waren ja alles erfahrene Therapeuten anwesend, die ihr Wissen noch erweitern wollten.

Ich habe dabei viele neue Techniken kennenlernen dürfen und damit mein Repertoire gut erweitert. Die Technik „Der ungebetene Gast“ hat mir besonders gefallen. Auch ein „inneres Team“ zusammenzustellen war eine sehr hilfreiche und wohltuende Intervention. Plötzlich ist man nicht mehr alleine in einer schwierigen Situation, sondern hat Hilfe von Familie, Freunden und Experten, wann immer man diese braucht. Das hat sich sehr gut angefühlt. Passt auch gut bei Ängsten!

Die „Aktiv-Wach-Hypnose“, die ich schon 2018 auf dem Hypnoday in Hamburg kennenlernen durfte, konnten wir auch üben. Sie wird eingesetzt, wenn eine zu große Entspannung nicht gewünscht ist, zum Beispiel, wenn ein Klient zum Einschlafen neigt. Hierbei wird eine gleichmäßige Bewegung während der ganzen Hypnose beibehalten, zum Beispiel Fahrradfahren auf einem Heimtrainer oder auf der Stelle joggen. Wir haben es mit Arme umeinander kreisen lassen gemacht. Es war sehr interessant, die Wirkung mal am eigenen Leib zu spüren. Man ist trotz des wachen Zustandes in Trance und damit in der Lage, mit seinem Unterbewusstsein zu arbeiten.

Offensichtlich ist hierfür der somatosensorische Kortex verantwortlich. Die monotone Bewegung belegt dessen Funktion und schränkt dessen Möglichkeiten ein, seiner Rolle als „Logik-Hüter“ gerecht zu werden. Dadurch können Suggestionen wirksam werden, die der logische Verstand ablehnen würde.

Mein Fazit:

Es hat sich wirklich gelohnt, diese Fortbildung zu machen, weil ich viele weitere Techniken kennenlernen durfte und vor allem am eigenen Leib erfahren durfte, wie es ist, wenn damit gearbeitet wird. Einiges davon werde ich auf jeden Fall in meine Arbeit integrieren, manches mehr und anderes weniger. Die „Aktiv-Wach-Hypnose“ wird auf jeden Fall dabei sein.

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